E wie endlich


Science-Fiction wird (er)fahrbar!



Die Zukunft des Automobils klingt verheißungsvoll: PKW, die miteinander kommunizieren, selbstfahrende Vehikel oder der Einsatz von virtueller Realität. Und Modelle wie der Tesla X werden den Trend zum Elektroauto weiter beflügeln.

Okay, noch passiert nicht viel, wenn man im Auto vor sich hin spricht – außer vielleicht, dass der Beifahrer das ungefähre Alter seines Chauffeurs einschätzen kann. Von einer Beschleunigung auf 322 Stundenkilometer wie in der Kultserie „Knight Rider“ kann jedenfalls keine Rede sein. Auch im Flugauto mal kurz ins Office zu düsen, wie die Jetsons es bereits in der gleichnamigen Zeichentrickreihe von 1962 vormachten, bleibt noch immer ein Traum.

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Dennoch tut sich auch auf unseren Straßen so einiges: Risiken werden beispielsweise durch automatisches Abbremsen gebannt, noch bevor der Fahrer sie überhaupt als solche ausgemacht hat. Und sollte doch je etwas passieren, eilt durch den ebenfalls automatisch abgesetzten E-Call, ein Notrufsystem, das ab 2018 serienmäßig in allen europäischen Autos eingebaut werden soll, schnell Hilfe herbei.

Zudem wird in Zukunft mehr Gewicht darauf liegen, die einzelnen Fahrzeuge zu vernetzen: Bei der sogenannten Car-to-Car-Kommunikation geht es aber nicht etwa um lustiges Entertainment während der Fahrt, sondern darum, den Verkehr gefahrloser zu gestalten. Autos sollen Informationen austauschen, beispielsweise durch einen warnenden Piepton in der Windschutzscheibe, wenn ein Hindernis auftaucht. Ein weiterer großer Trend ist der Autopilot, der Sicherheit und Komfort gleichermaßen fördern soll. Bei Flugzeugen und Schiffen ist er längst gang und gäbe – nun sollen sich bald auch Autos von selbst lenken, ohne dass der Fahrer die Hände am Steuer hat. Näher an das Gefühl, Science-Fiction sei Wirklichkeit geworden, kann man kaum kommen.

Doch nicht nur die technische Ausstattung der Automobile wird sich verändern. Auch bei den Motoren tut sich einiges: Benzin- und Dieselmotoren sollen bald der Vergangenheit angehören, die Zukunft gehört den Elektromotoren. Die Bundesregierung plant, dass bis 2020 mindestens eine Million elektrobetriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. Diese Zahl ist optimistisch, momentan tanken noch immer 98 Prozent der Pkw Benzin oder Diesel.

Dabei würde sich ein Umdenken lohnen: Nicht genug damit, dass Elektromotoren umweltfreundlicher sind und in Deutschland sogar 4.000 Euro Neukaufprämie locken –die Modelle bieten auch im Design alles Wünschenswerte: beispielsweise der BMW i3, der als eines der wenigen Fahrzeuge von Anfang an als Elektroauto konzipiert wurde und durch Schnelligkeit (170 PS) ebenso wie durch geringes Gewicht (1.195 kg) besticht. Wer es eher mainstreamig mag, ist beim Nissan Leaf oder dem e-Golf richtig: Ersterer ist mit 100.000 verkauften Modellen das global erfolgreichste E-Auto, der Golf dagegen ist in Europa besonders beliebt.

Auch die französischen Hersteller Renault und Citroën-Peugeot wollen durch eigene Modelle in der E-Branche neue Erfolge schaffen. Ihr Plan: 2020 sollen zehn Prozent der verkauften Autos elektrisch betrieben werden, Tendenz steigend. Wenn es um das extravaganteste E-Modell geht, hat Renault aber schon jetzt die Nase vorn: Der Twizy ist streng genommen kein Auto, sondern ein Quad. Türen gehören nicht zur Grundausstattung, und die Fensterscheiben werden per Hand gesteckt – Abenteuer auf umweltfreundliche Art.

Vielleicht teilt er sich diesen ersten Platz aber auch mit dem Tesla X. Diese Marke wird für jedes neue Produkt mindestens so euphorisch gefeiert wie Apple. Das dritte Modell des Autobranchen-Neulings ist an Innovationen kaum zu überbieten: Der siebentürige SUV ist mit automatischen Flügeltüren, genannt „Falcon Wings“, ausgestattet, bietet sowohl hinten als auch vorne Stauraum und ist als erster Tesla komplett vegan erhältlich. Der Allradantrieb braucht gerade einmal 2,9 Sekunden, um von 0 auf 100 zu kommen, und ist somit eines der schnellsten E-Serienfahrzeuge weltweit. „Schnell“ bedeutet aber nicht automatisch „risikoreich“ – der Tesla X gilt als sicherster SUV auf dem Markt. Im Innenraum sorgt zudem ein spezielles Filtersystem dafür, dass sämtliche Pollen, Schadstoffe und Bakterien entsorgt werden.

Auch das Aufladesystem für die Batterien – also für den Elektromotor – ist ausgeklügelt: An ausgewählten Autobahnraststätten stehen sogenannte Supercharger zur Verfügung, an ausgewählten Hotels und Restaurants sogenannte Destinations-Charger. Beide benötigen für eine volle Aufladung nur wenige Minuten.

Für 2017 plant Tesla übrigens bereits den nächsten großen Wurf – den Tesla 3. Der Mittelklassewagen mit Glasdach soll Elektroantrieb mit dem Trend des Autopiloten verbinden und zum Großteil autonom fahren.

Info:

Fotos: Tesla Motors