Road Warrior


Der Gentleman als Nomade



Während der Berliner Fashion Week sind digitale Gadgets ständige Begleiter: Es wird gepostet, geteilt und geliked. Dagegen hat Baldessarini das bewusste Innehalten gesetzt und für Herbst/Winter 2016/2017 eine Show voller Inspirationen aus der Mongolei gezeigt.

Lasse Holger Mitterhusen schaut oft genug auf sein Smartphone. Beim Entwerfen nimmt der Chefdesigner von Baldessarini jedoch lieber einen gewöhnlichen Zeichenstift zur Hand. Digital Detox nennen Trendforscher so etwas bereits – die Auszeit von der digitalen Bilder-, Mail- und Newsflut. Ein Thema, mit dem sich Mitterhusen gleichzeitig auch für die Herbst/Winter-Kollektion 2016/2017 von Baldessarini auseinandergesetzt hat.

Auf Inspiration für seine Entwürfe stieß Mitterhusen nicht etwa auf Instagram oder Snapchat, sondern bewusst in einer völlig technikfreien Umgebung: in der Mongolei. Beschäftigt hat er sich vor allem mit den dortigen Völkern und Traditionen. Fernab von der digitalen Welt. Back to the roots statt zurück vor den Bildschirm.

Auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin überzeugte der Chefdesigner so mit einem spannungsreichen Mix, der nomadische Wurzeln und den modernen Gentleman von heute gleichermaßen repräsentiert. Klassische Mäntel, Sakkos und Anzughosen treffen in der aktuellen Herbst/Winterkollektion auf robuste Materialien wie festes Leder und Felle sowie weiche und grobe Wollstoffe.

Baldessarini Runway Show


Erleben Sie noch einmal die Baldessarini Runway Show auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vom 21.01.2016.

Den Ton geben Braun, Grau, Beige und Schwarz, aber auch Rot und Orange und beerige Nuancen an. Die Farben erinnern vor allem an die Zelte und handgemachten Decken der Mongolen. Besonders viel Wert legte Mitterhusen auf die erstklassige Qualität und Verarbeitung der verwendeten Materialien. Dafür arbeitet Baldessarini fast ausschließlich mit europäischen Produzenten und Lieferanten zusammen.

In Europa und dabei vor allem in Deutschland sieht der Designer auch die Zukunft von Baldessarini: „Als deutsche Marke sollte man sein Heimatland unterstützen. Wenn man seine Hausaufgaben hier gut macht, muss man nicht nach der Internationalität anderer Städte schielen.“ kommentiert Mitterhusen. Für eine Weltmarke sicher ungewöhnlich. Für schnelllebige Trends, wie sie in New York, Paris oder Mailand über die Laufstege gehen, stand Baldessarini ohnehin nie. Hier wird noch auf echte Wegbegleiter gesetzt, die ihrem Träger selbst in anspruchsvollen Alltagssituationen stilvoll zur Seite stehen. Und das nicht nur für eine Saison.