Ein scharfes Gespann


Mühle Shaving & Mark Braun



Bartpflege oder ein glatt rasiertes Kinn – ganz egal, solange die morgendlichen Rituale mit bestem Handwerkszeug vollzogen werden. Schließlich geht es darum, das eigene Gesicht zu (be-)wahren! Ein Designprojekt macht vor, wie es geht.

Durch das allgegenwärtige Vollbart-Phänomen der letzten drei Jahre ist die Nassrasur anscheinend fast in Vergessenheit geraten. Von perfekt geschniegelten Dandys einmal abgesehen. Für ein standesgemä-ßes Revival von Schaum und scharfer Klinge könnte nun die spannende Kollaboration der Traditi-onsmarke Mühle aus dem Erzgebirge mit Designer Mark Braun sorgen.

banner

Der 41-jährige Wahl-Berliner hat schon für namhafte Häuser wie Nomos Glashütte, Thonet und E15 entworfen. Seine zeitlosen Kreationen, die von Armbanduhren über Bücherregale, Lampen und Vasen bis eben zu Nassrasierern reichen, wurden unter anderem mit dem Good Design Award, dem Red Dot und dem German Design Award ausgezeichnet.

Der passende Sparringspartner also für die legendäre Manufaktur für Rasurkultur, die Otto Johannes Mühle 1945 gründete und die ihre hochwertigen Bürsten und Pinsel bald in 36 Länder exportierte. Es folgten bewegte Jahre, die Enteignung in der DDR, das Fast-Aus nach der Wende – und jetzt eine ech-te Renaissance samt eigenem Store in Berlin mit Barber-Shop und hohen Umwelt- sowie Nachhaltig-keitssstandards.

An der Qualität hat sich in den vergangenen über 70 Jahren im sächsischen Stützengrün nichts geän-dert. Noch immer werden viele Modelle von Hand gefertigt. Die Pinselköpfe etwa aus Dachshaar oder der edlen Kunstfaser namens „Silvertip“ hergestellt. Die elegant schimmernden Griffe sind durch Hit-ze und Öle dauerhaft versiegelt, die Metalloberflächen poliert. Liebe bis ins Detail. Das Auge rasiert schließlich mit.

Für den Mühle-Rasierhobel „Hexagon“ hat sich Braun vom Barbier-Equipment des 19. Jahrhunderts inspirieren lassen: Der matte Aluminiumgriff ist sechseckig geformt, der Kopf in glänzenden Chrom gehalten. Zum Set gehören neben dem Rasierer auch ein Pinsel mit den GPS-Koordinaten der Manu-faktur, ein Halter, eine Seifenschale und ein Spiegel. Glatte Sache!

Info:

Video zu Firmengeschichte und Handwerk:

Fotos: Jo Zarth